Sinnvolle Arbeit und Beschäftigung in unterstützendem Rahmen

Eine Folge psychischer Erkrankung besteht häufig in der Überforderung durch Aufgaben, die man früher gewohnt war, gut bewältigen zu können. Dazu gehören insbesondere auch die vielfältigen Anforderungen am Arbeitsplatz, im Studium oder in der Schule.

Es kann schwierig werden, den Aufgaben, die sich einem dort stellen, noch gerecht zu werden. Denn die Konzentration und die physische und psychische Ausdauer sind durch die Erkrankung häufig stark vermindert. Und auch die zwischenmenschlichen Herausforderungen am Arbeitsplatz können die Betroffenen vor unlösbar erscheinende Aufgaben stellen.

Durch die verschiedenen mit Hof Sondern e.V. verbundenen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten wir einen Weg, neue Erfahrungen im Umgang mit Arbeit zu machen, um wieder tätig sein zu können.

Nach Ablauf der Orientierungszeit und dem ersten Kennenlernen verschiedener Arbeitsbereiche werden gemeinsam mit dem Betroffenen für ihn passende Arbeitsformen und Tätigkeitsfelder gesucht. Stets geht es darum, eine Tätigkeit zu finden, die den Interessen, Fähigkeiten und der Belastbarkeit des Einzelnen so weit wie möglich entgegenkommt, sowohl was den Inhalt der Arbeit als auch was die tägliche Arbeitszeit betrifft. Meist handelt es sich um Tätigkeiten in einem der zu Hof Sondern e.V. gehörenden oder mit uns kooperierenden Arbeitsbereiche und Betriebe. Zur Zeit sind dies eine Gärtnerei, ein Café-Bistro, ein Naturkostladen, die Projektwerkstatt, die Kreativwerkstatt und die Hauswirtschaftsbereiche der drei Wohnhäuser sowie eine Töpferei und ein biologisch-dynamisch betriebener Bauernhof. Allen Tätigkeiten gemeinsam ist, dass sie Abwechslung bieten und ihre Erzeugnisse von anderen Menschen wirklich angefragt und gebraucht werden. Nur so kann eine Arbeit auch als sinnvoll und ausfüllend erlebt werden.

Im Laufe des Aufenthaltes kristallisiert sich durch die während der Arbeit gemachten Erfahrungen meist eine Perspektive für den weiteren Ausbildungs- und Arbeitsweg heraus. Wichtig sind dafür auch die Möglichkeiten zu selbstgewählten Praktika, bei denen wir unterstützend zur Seite stehen. Im Einzelfall kann ein Schul-/ Studienabschluss während des Aufenthaltes auf Hof Sondern bei einer stabilen psychischen Belastbarkeit nachgeholt, mindestens jedoch begonnen werden.

Die leitende Maxime ist dabei für uns stets: Eingliederung durch Arbeit und so viel Unterstützung, Schutz und Förderung wie nötig – doch so viel Eigenständigkeit wie möglich. Um dies zu verwirklichen, setzen wir folgende Schwerpunkte, zusätzlich zu dem komplexen Erfahrungsfeld Arbeit:

im Rahmen der Berufs- und Beschäftigungsorientierung

  • Feststellung und Förderung der Lern- und Leistungsmotivation
  • Entwicklung eines individuellen Förderplans
  • Bewältigung des Arbeitsalltags erüben
  • Grundfertigkeiten und Fähigkeiten erlernen
  • Teamfähigkeit innerhalb der Arbeitsgruppe fördern
  • Bewältigung persönlicher Probleme und
  • Krisenintervention am Arbeitsplatz
  • Erarbeitung realistischer Ziele
  • Eigene Möglichkeiten und Grenzen erfahren (Über-/Unterforderung)

im Rahmen der Berufs- und Beschäftigungsvorbereitung

  • Unterstützung des Motivationsprozesses für eine Berufsrichtung
  • Beratung und Planung der beruflichen Perspektiven
  • Vermittlung von Praktika zur Arbeitserprobung unter Realitätsbedingungen
  • Kooperation mit der Berufsberatung und der Arbeitsvermittlung des Arbeitsamtes
  • Kooperation mit Werkstätten für behinderte Menschen

Die Vielfalt unserer Arbeits- und Beschäftigungsbereiche mit ihren unterschiedlichen Anforderungsprofilen ermöglicht ein flexibles Eingehen auf die jeweiligen individuellen rehabilitativen Ziele des Klienten.